Geschichtliches

Seit Dezember 1997 ist die Region Hallstatt - Dachstein/Salzkammergut als Beitrag Österreichs in der Liste des UNESCO-Welterbes vertreten. Sie ist eine der ältesten europäischen historischen Kulturlandschaften, die sich im Wechselspiel von Mensch und Natur entwickelte, und ist somit eine "organisch gewachsene Landschaft". Dafür war die jahrtausendlange Formung des Gebietes durch die Erfodernisse des Salzbaues verantwortlich, der sich aber seinerseits an die natürlichen Umweltbedingungen anpassen musste. Die UNESCO zollte dem Gedanken Tribut, dass es sich um eine "fortdauernde", keine "fossile" oder "relikte" Region handelt, wo nach wie vor ein Entwicklungsprozess stattfindet. Die Historische Kulturlandschaft Hallstatt - Dachstein/Salzkammergut erfüllt die Kriterien III und IV der Welterbeliste.
Das Gut stellt daher:

III: ein einzigartiges oder zumindest außergewöhnliches Zeugnis von einer kulturellen Tradition oder einer bestehenden oder untergegangenen Kultur dar.
IV: ein hervorragendes Beispiel eines Typus von Gebäuden, architektonischen oder technologischen Ensembles oder Landschaften dar, die einen oder mehrere bedeutsame Abschnitte der Menschheits-Geschichte versinnbildlichen.
(http://www.unesco.de)

Mit der Aufnahme in die exklusive Liste der UNESCO Welterbestätten erfährt dieses einzigartige Gebiet eine besondere, weltweite Würdigung. Das Welterbe-Komitee begründete seine Entscheidung mit den Worten: "Bei der alpinen Region Hallstatt/Dachstein-Salzkammergut handelt es sich um ein außergewöhnliches Beispiel einer Naturlandschaft von einzigartiger Schönheit und besonderer wissenschaftlicher Bedeutung, die auch Zeugnis von der frühen und kontinuierlichen menschlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Tätigkeit ablegt. "Diese Kulturlandschaft verbindet Natur und Kultur in harmonischer und sich gegenseitig ergänzender Art und Weise."

Durch diese Auszeichnung steht die Region Hallstatt/Dachstein- Salzkammergut nun gleichbedeutend auf der UNESCO Liste neben den Pyramiden von Gizeh, dem Kölner Dom, den Ausgrabungen von Pompei, der Großen Mauer von China und den Galapagos Inseln in Ecuador, um nur einige Beispiele zu nennen. Den über 500 UNESCO Welterbestätten in 112 Ländern ist die außergewöhnliche, universelle Bedeutung als Erbe der Menschheit gemeinsam. Sie alle stehen unter dem speziellen Schutz des Kultur- und Naturerbes, die als erfolgreichstes UNESCO Schutzinstrument von 152 Staaten, darunter auch von Österreich, unterzeichnet wurde.

Die facettenreiche Landschaft in ihrer geschichtlichen und kulturellen Dimension, mit ihren einzigartigen Höhlensystemen, mit all ihren Erscheinungen von Flora und Fauna, ist ein so komplexes Phänomen, dass die Region Hallstatt nicht nur Kulturerbe, sondern auch Naturerbe von international höchstem Rang ist. Innerhalb der UNESCO-Welterbenliste ist Hallstatt neben dem Ayers Rock in Australien und einer Insel der Philippinen das einzige Menschheitsdenkmal, welches beide Aspekte - jenen der Natur und jenen der Kultur - in sich vereinigt. Auch die im Aufnahmeantrag der Republik Österreich formulierten Grundlagen, die den strengen Auswahlkriterien der UNESCO letztlich auch standhielten, führten die vielfältigen Bedeutungsebenen an. Folgend lassen sich jene vier Komponenten darstellen, welche die hohe Auszeichnung der UNESCO rechtfertigen:

Das architektonische Erbe

In der Nachfolge des prähistorischen Bergbaues erreichte die Salzwirtschaft unter staatlicher Führung ab dem Mittelalter eine Jahrhunderte währende Blütezeit, die bedeutende Repräsentationsbauten hinterließ. Bauwerke aus Gotik, Barock (Dreifaltigkeitssäule auf dem Marktplatz entstand 1744) und Historismus prägen bis heute das Erscheinungsbild des Salzkammergutes.

Das Naturerbe

Die Naturlandschaft der Dachsteinregion, mit ihren charakteristischen Höhlensystemen und Karsterscheinungen, den vielfältigen und einzigartigen ökologischen Nischen von Flora und Fauna, weist die Qualität eines Naturparks von Weltgeltung auf. Die reichen Salzvorkommen dieser Landschaft stellen die enge Verbindung von Natur- zu Kulturerbe her. Salz und Salzindustrie wurden hier zum Kulturgründer und zur Triebfeder kultureller Entwicklung.

Das kulturhistorische Erbe

Das kulturhistorische Erbe im weitesten Sinne schließt z.B. die spezifischen, durch das Salzwesen bedingten Bewirtschaftungsformen des Waldes ein, die das Landschaftsbild erkennbar gezeichnet haben. Unzählige Beispiele aus Literatur, Kunst, Wissenschaftsgeschichte, Tourismusgeschichte und Brauchtum stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der Region Hallstatt - Dachstein/Salzkammergut und sind bis heute mit ihr verknüpft.

Das archäologische Erbe

Der Salzberg Hallstatt ist der weltweit älteste, noch heute bewirtschaftete Bergbaubetrieb. Die reichen archäologischen Funde aus der jüngeren Eisenzeit gaben einer ganzen Kulturepoche (800 bis 400 v. Chr.) den Namen Hallstattzeit, welcher international ein Begriff ist. Durch Kontinuität des Salzabbaues ist das Salzkammergut somit auch die älteste Industrielandschaft der Welt.

Die Verleihung der Urkunde

Anlässlich der Eintragung des Gebietes Hallstatt - Dachstein/Salzkammergut in die Liste des Weltkulturerbes fanden in Hallstatt von 11.-14. Juni 1998 zahlreiche Feierlichkeiten statt. Die Ernennungsurkunde wurde am 13. Juni 1998 vom UNESCO-Direktor des Welterbezentrums in Paris, Dr. Bernd von Droste zu Hülshoff, dem damaligen Bürgermeister von Hallstatt, Peter Scheutz, überreicht.

Förderlogos Land OÖ
Land Oberösterreich Kulturland Oberösterreich Ferienregion Dachstein Salzkammergut